Onkel's kleine, feine Brauanlage zur Rezeptentwicklung.

Am Anfang stand ein gelber Plastikeimer

Aller Anfang ist schwer

Meine Abenteuer als Brauer fingen mit der unschuldigen Zeitungsanzeige eines Händlers für Hobbybrauerbedarf an. Ich hatte schon immer ein inniges Verhältnis zu Lebensmitteln und nun versprach man mir mein eigenes Bier mit geringem Aufwand selbst herstellen zu können – großartig. Dieser Verheißung folgend, machte ich mich schon wenige Tage später auf den Weg ins nördliche Ruhrgebiet um das nötige Brauzubehör und mein erstes Bierkit – ein hopfiges Altbier – zu kaufen.

Gerne würde ich berichten, dass meine ersten Brauversuche von Erfolg gekrönt waren, aber leider war der Anfang eher holprig. Der eingesetzte Bierbausatz entsprach eher einer glorifizierten Tütensuppe: Eingedicktes, geschmacklich eher zweifelhaftes Malzextrakt sollte mit Haushaltszucker gestreckt werden und statt die Würze mit aromatischem Hopfen zu kochen, wurde die Mischung kalt in einem gelben Plastikeimer angesetzt und lediglich mit einem Hopfendestillat beimpft. Weiterlesen

Volle Transparenz

Hat die Bierindustrie etwas zu verbergen?

Als Konsument habe ich gerne volle Transparenz über die Produkte, die ich kaufe. Das gilt für Lebensmittel im Allgemeinen und aus persönlichen bzw. professionellen Gründen natürlich um so mehr für Bier. Insbesondere geht es mir darum zu verstehen, welche Inhalts- und Zusatzstoffe im Bier landen, aber auch wie das Bier konkret hergestellt wurde. Je nachdem welches Malz und welcher Hopfen verwendet wird, bei welchen Temperaturen das Bier gärt und ob/wie es gefiltert wird – all das hat einen wesentlichen Einfluss auf den Geschmack des fertigen Produkts.

Viele Brauer machen einen großen Hokuspokus um ihre Bierrezepturen und wahren diese als ihr großes Geheimnis, doch warum?

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Onkel Freiheitsgebot von 2014

Onkel’s Freiheitsgebot

Ich habe nichts gegen das Reinheitsgebot von 1516. Viele deutsche Brauereien haben es Jahrzehnte lang erfolgreich als Grundlage für ihr Marketing im In- und Ausland genutzt. Darüber hinaus hat es eventuell dazu beigetragen, dass es in Deutschland kein „Oettinger Extra-Light“ mit Reis statt Gerstenmalz gibt. Dennoch könnte ich an dieser Stelle anmerken, dass das Reinheitsgebot in seiner ursprünglichen Form heute nicht mehr existiert und die an seine Stelle getretenen gesetzlichen Verordnungen den Begriff der „Reinheit“ zum Teil ad absurdum führen. Doch darum geht es mir gar nicht. Die Brauereien, die Bier weiter nach dem Prinzip des Reinheitsgebots produzieren wollen, sollen dies auch weiter tun – mir selbst lässt das Reinheitsgebot jedoch nicht den nötigen Freiraum.

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Quelle: Flickr QuinnDombrowski CC BY-SA 2.0

Warum ich meine Leidenschaft zum Beruf mache und Brauer werde

Ich braue Bier und das schon seit 13 Jahren. Während ich anfangs noch in meiner Küche gebraut habe tausche ich nach fast zwei Jahren Planung nun das Hobbyequipment gegen eine moderne Produktionsanlage. So wird in Zukunft aus meiner Leidenschaft mein Beruf und ich kann es gar nicht erwarten die ersten Flaschen in den Händen zu halten.

Lebensmittel sind schon immer meine Leidenschaft und so wäre ich vor langer Zeit beinahe einmal Koch geworden. Weil ich damals noch Angst hatte, meinem Instinkt zu folgen, bin ich den vermeintlich sicheren Weg in die Wirtschaft gegangen. Über das letzte Jahrzehnt habe ich die Bierindustrie im Aus- und Inland genau beobachtet und nun ist es endlich Zeit mich von meinem Beobachterposten an der Seitenlinie zu lösen und mich ins Spiel zu stürzen. Weiterlesen